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Andacht

Christliche Modenschau

Gott lädt ein – was ziehe ich bloß an?

iStock/solidcoloursKleidung soll passen. Zu einem selbst und zum Anlass.

privatSarah Kiefer ist Spezialvikarin im Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Ein Mensch geht zum Vorstellungsgespräch in einer Bank – in Jogginghose. Was für eine Vorstellung im wahrsten Sinne des Wortes! Nicht jedes Kleidungsstück passt zu jedem Anlass. Auch das Gegenteil würde irritieren: im Anzug auf einem Laufband im Fitnessstudio. Bestimmte Situationen erfordern einen bestimmten Kleidungsstil. Kleider machen Leute. Man schließt leicht vom Äußeren auf das Innere. Wer gepflegt zum Bewerbungsgespräch erscheint, signalisiert damit: Das hier ist mir wichtig. Auch zum ersten Date kommen wohl die wenigsten auf die Idee, verschmutzte Sachen zu tragen. Der erste Eindruck ist schließlich entscheidend.

Das Schöne an der Kleiderwahl ist, sie wirkt äußerlich wie innerlich. Nach außen hin drückt man Wertschätzung aus: Für dich habe ich mich schick gemacht. Aber die Kleidung wirkt auch auf die eigene Haltung. Wer sich in seinen Sachen wohlfühlt, strahlt das auch aus. Die passende Kleidung kann helfen, sich auf eine Situation einzulassen. Zu einer Hochzeit kommt man nicht in Lumpen. Erst recht nicht, wenn das Brautpaar auf die Einladungskarte geschrieben hat: »Garderobe: festlich«. Doch genau darum schert sich ein Gast in dem Gleichnis, das Jesus erzählt (Matthäus 22,1–14), einen feuchten Kehricht. Da lädt ein König zur Hochzeit seines Sohnes. Im Vorfeld gibt es noch ein paar Probleme mit Gästen, die schnöde absagen. Aber schließlich steht die Festgesellschaft. Der König geht zufrieden durch die Säle und freut sich, wie alle feiern.

Da sieht er einen Menschen, der kein festliches Gewand trägt. Der König ärgert sich über den schmuddeligen Gast und fragt ihn: »Wie bist du hier hereingekommen?« Der Gast verstummt. Der König lässt ihn hochkant rauswerfen. Er sagt zu seinen Dienern: »Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die äußerste Finsternis! Da wird sein Heulen und Zähneklappern.«

Drastische Maßnahme. Was macht den König so wütend? Er müsste doch wissen, dass nicht jeder arme Teufel Prada tragen kann. Aber: Jeder kann sich im Rahmen seiner Möglichkeiten besonders kleiden. Dieser Gast zeigt: Er will sich nicht auf das Fest einlassen. Seine Kleidung spiegelt eine innere Ablehnung. Er ist (noch) nicht bereit. Zum Fest gehen – ja. Festlicher Aufzug – nein. Das hieße nämlich, sich festzulegen. Zu etwas voll und ganz Ja zu sagen.

Im Matthäus-Evangelium ist diese Geschichte ein Gleichnis dafür, was Glauben ausmacht. Wie der König im Gleichnis freut sich Gott über alle, die seiner Einladung folgen. Das hat dann aber auch Folgen. Ich lasse mich auf Gott ein. Im Gleichnis zeigen das die Gäste durch ihre festliche Kleidung. Im Glauben zeige ich das dadurch, dass ich auf Gott vertraue. Mein Festgewand sind Nächstenliebe im Alltag, die Art und Weise, wie ich mit anderen umgehe. Zugegeben: Mein Gottvertrauen und mein Verhalten sind nicht immer Haute Couture, nicht immer Modenschau-tauglich. Ich bin mir nicht jeden Tag sicher, ob ich auf Gottes Fest gehen würde. Dann helfen mir manchmal Äußerlichkeiten, zum Beispiel das Vaterunser zu beten – auch mit meinen Zweifeln. Das Äußere wirkt auf mein Inneres. »Dein Wille geschehe, vergib uns unsere Schuld, dein Reich komme« – in solche Worte kann ich mich kleiden.

Von Sarah Kiefer

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Losung und Lehrtext für Montag, 26. Juni 2017
Nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit. Psalm 119,43
Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. 1.Korinther 4,1-2

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